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...nun stehet Ihr einst wie Frodo und seine Gefährten vor den Toren von Moria, der alten, verlassenen Zwergenbinge tief im Inneren des Nebel-Gebirges und begehret Zugang zu diesen uralten, heiligen Hallen. Doch mag der Zutritt Euch verwehret sein, oh Unwissende. Das Rote Buch der Westmark vermag hingegen zu erzählen, wie man derlei Tore öffnet.
Doch nun höret, was dort geschrieben stehet...
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...und es begab sich, dass die Gefährten nach einem Wege suchten, der sie über das Nebelgebirge bringen möge. Doch der Versuch, den Rothornpass am Fuße des Caradhras zu überqueren scheiterte durch einen plötzlich aufkommenden Schneesturm, der unsere Freunde zur Rückkehr zwang. Das Gebirge südlich zu umgehen hätte bedeutet, Isengart gefährlich Nahe zu kommen, wo der Zauberer Saruman seine eigenen dunklen Pläne bezüglich des Einen Rings schmiedete. |
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So entschlossen sie sich, ihre Reise durch die Minen von Moria fortzusetzen. Gefolgt und bedroht von den schrecklichen Wargen, wilde, riesige Wölfe, bahnten sie sich Ihren Weg bis vor die großen Mauern von Moria. |
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Doch keine Spur eines Tores oder eines Eingangs, nicht der kleinste Spalt oder Riss war in dem bedrohlichen Gestein zu erkennen. Ratlos sammelten sie sich am Ufer des in der Nähe befindlichen Sees. Als es langsam Abend wurde und der Mond die graue Felswand beschien, deuteten sich schwache Linien wie dünne Silberadern auf der Oberfläche ab. So hatten sie doch noch das Tor zu Moria entdeckt, welches durch geheime Zwergenkünste aus Ithildin geschaffen, nur im Mondlicht sichtbar wird. |
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Ein Bogen ineinander verschlungenen Buchstaben in einer Elbenschrift, sowie die Umrisse eines Ambosses und eines Hammers waren deutlich zu sehen. Darüber aber war eine Krone mit sieben Sternen und darunter zwei Bäume, und jeder davon trug Mondsicheln. Deutlicher als alles andere schimmerte in der Mitte der Tür ein einziger strahlender Stern. »Das sind Durins Wahrzeichen. Und das ist der Baum der Hochelben. Und der Stern des Hauses Feanor.« |
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»Die Türen von Durin, des Herrn von Moria. Sprich, Freund, und tritt ein.« lautete die elbische Bogenschrift. Doch so einladend es auch klang, so schwierig gestaltete sich der Versuch das Tor zu öffnen. Gandalf versuchte Spruch auf Spruch. »Annon edhellen, edro hi ammen! Fennas nogothrim, lasto beth lammen!« erschall es und »Edro, edro!« befahl er mit donnernder Stimme doch nichts geschah. Mit gebeugtem Kopf saß er da und verfiel in angestrengtes Nachdenken. Und siehe, mit einer Plötzlichkeit, die alle Zusammenfahren ließ, sprang er auf und lachte: »Natürlich, natürlich, lächerlich einfach, wie die meisten Rätsel, wenn man die Lösung kennt. Mellon!« Und langsam teilten sich die beiden Türhälften und gaben eine Dunkelheit, schwärzer als die finsterste Nacht, preis. |
So geschah es, dass Gandalf die Tore zu Moria öffnete, indem er nur das Elbenwort für Freund aussprechen musste. Gerade zur richtigen Zeit, wie noch zu vermerken ist, denn plötzlich erhob sich aus dem See...
Doch haltet nunmehr ein. Weiter soll nicht erzählt werden. Nun wisset, wie man alte Zwergentore öffnet, denn die Antwort liegt wie so oft direkt vor Euch doch vermag man sie nicht gleich als solche zu erkennen.
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